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Drosera
Drosera rotundifolia – Sonnentau

Beschreibung:
Die ausdauernde spindelig faserige Wurzel treibt einen Blütenstiel und zahlreiche rosettenartig angeordnete grundständige Wurzelblätter. Diese letzteren sind fast kreisrund oder queroval, meist breiter als lang, etwa ein Zentimeter und etwas mehr im Durchmesser, in den langen Blattstiel kurzzugeschweift, von saftig zerbrechlicher Beschaffenheit, gelbgrün und rot überlaufend, oberseits mit kurzen drüsentragenden Borsten bestreut und mit zahlreichen langen erdbeerroten, in eine schleimige blutrote Drüse ausgehenden Fransen gewimpert; die Blattstiele sind mit einzelnen gekrausten, saftigen, weißen Haaren besetzt.


Der aufrecht runde Stengel wird 7 bis 20 Zentimeter hoch, er ist kahl, einfach, unbeblättert, grün und meistens rot überlaufen und geht in eine einseitswendige, anfangs zurückgekrümmte, später aufrechte, oft zweispaltige Wickelähre über.

Die kleinen, weißen, nur bei Sonnenschein geöffneten Blüten haben einen bleibenden fünfteiligen Kelch; die fünfblätterige, vertrocknend bleibende Krone ist dem Fruchtboden eingefügt; außer den fünf fruchtbaren Staubgefäße sind noch in ebensoviele Bündel vereinigte und Nebenkronenblätter darstellende unfruchtbare vorhanden, die zweifächerigen Kölbchen springen mit zwei Längsritzen auf; der oberständige Fruchtknoten trägt einen dreiteiligen Griffel mit mehrteiligen Narbenschenkeln.

Die Frucht ist eine einfächerige, drei- bis fünfklappige trockene Kapsel, glatte, etwas netzaderige Samen enthaltend, deren sackförmige Haut den weit kleineren Kern locker umgibt.

Der rundblätterige Sonnentau ist die bekannteste und häufigste unter den bei uns einheimischen sogenannten „fleischfressenden Pflanzen“; das Kraut ist von säuerlich bitterem Geschmack, alle Drüsen sondern einen scharfen peptonisierenden Saft ab

Verbreitung:
Im größten Teile Europas und Nordamerikas kommt diese Art auf Sumpf- uns Moorwiesen, vorzugsweise auf Torfboden, von der Ebene bis in die subalpine Region hinauf vor; sie blüht im Juli und August.

Verwendung in der Homöopathie

Erstprüfung:
Hahnemann, S. Fragmenta de Viribus Medicamentorum Positivis sive in Sano Corpore Humano Observatis. Pars Prima. Lipsisae 1805, S. 128-135.



Verwendete Ausgangsstoffe:
Frisch ausgepreßter Saft des niedrigen, auf Torfgründen wachsenden Kräutchens, mit Weingeist zu gleichen Teilen gemischt [Hahnemann, S. Reine Arzneimittellehre. Bd. VI. Dresden 1821, S. 150.]

Wirkungsdauer:
Zwei bis drei Wochen [Bönninghausen, C.v. Systematisch-Alphabetisches Repertorium der Homöopathischen Arzneien. Zweiter Theil. Münster 1835, S. XXII.]


Weitere Informationen unter:
www.gypser-verlag.de


Bilder- und Literaturverzeichnis:
Villers, A. v. und F. v. Thümen. Die Pflanzen des homöopathischen Arzneischatzes. Tafelband II.
    Dresden 1893, Tafel 74.
Gypser, K.-H. (Hrsg.) Materia Medica Revisa Homoeopathiae – Drosera /
    verfasst von Doris Barzen. Glees, 2008, S. 5
Villers, A. v. und F. v. Thümen. Die Pflanzen des homöopathischen Arzneischatzes. Band I.     Dresden 1893, S. 164-165.





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